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Geschichte

Fahne des Schützenvereins Pelkum 1823 e. V. mit Germania und Eichenlaub
Fahne des Schützenvereins Pelkum 1823 e. V. mit Germania und Eichenlaub
Fahne des Schützenvereins Uentrop-Haaren 1857 e. V. mit preußischem Adler im Eichenlaubkranz
Fahne des Schützenvereins Uentrop-Haaren 1857 e. V. mit preußischem Adler im Eichenlaubkranz
Die ältesten Stück aus der Geschichte des Hammer Schützenwesens: Die Kette des Bürgerschützenvereins mit Vogel, Büchsenrohr sowie zwei Schilden mit Abblidungen des Hl. Sebastian und der Hl. Agatha, Silber, 15./16. Jahrhundert
Die ältesten Stück aus der Geschichte des Hammer Schützenwesens: Die Kette des Bürgerschützenvereins mit Vogel, Büchsenrohr sowie zwei Schilden mit Abblidungen des Hl. Sebastian und der Hl. Agatha, Silber, 15./16. Jahrhundert
Königsorden des Schützenvereins Schmehausen mit Vogelstange und anlegendem Schützen als Motiv, 1844
Königsorden des Schützenvereins Schmehausen mit Vogelstange und anlegendem Schützen als Motiv, 1844
Königsorden des Schützenvereins Schmehausen in Herzform aus dem Jahre 1842
Königsorden des Schützenvereins Schmehausen in Herzform aus dem Jahre 1842
Orden des Schützenvereins Uentrop-Haaren aus dem Jahre 1914.
Orden des Schützenvereins Uentrop-Haaren aus dem Jahre 1914.
Fahnenspitze der Hammer Schützenkompanie aus dem Jahre 1706, Bronzeguss, mit Gravuren, im Besitz des Bürgerschützenvereins
Fahnenspitze der Hammer Schützenkompanie aus dem Jahre 1706, Bronzeguss, mit Gravuren, im Besitz des Bürgerschützenvereins
Diadem für die Schützenkönigin aus den 1920er Jahren, Schützenverein Wiescherhöfen-Lohauserholz
Diadem für die Schützenkönigin aus den 1920er Jahren, Schützenverein Wiescherhöfen-Lohauserholz

Die Entstehung des Schützenwesens

Der frühe Sommer ist die hohe Zeit der Schützen. Gefeiert wird an jedem Sonntag und man geriete in arge Terminschwierigkeiten, wollte man alle Schützenfeste der Nachbargemeinden besuchen. Das Ritual ist vom Grundsatz her überall gleich, obwohl in jedem Ort anders gefeiert wird. Es gibt Könige und Festumzüge, Festzelte und Kirmesrummel, Musik und Tanz. Kaum jemand macht sich heute noch Gedanken über die Entwicklung dieses Treibens. Hinsichtlich der Entstehung des Ursprungs des Schützenwesens gehen die Meinungen auseinander. Schriftliche Aufzeichnungen wurden gerade in den Anfängen überwiegend durch mündliche Überlieferungen ersetzt. So wurden dann zu späteren Zeiten verschiedene Theorien entwickelt, die sich mit möglichen Gründen und Ursachen der Entstehung des Schützenwesens befassen. Auch heute noch steht eine exakte, komplette und gründliche Geschichte des gesamten europäischen Schützenwesens aus. Wie schwierig das alles ist, belegt auch die Tatsache, dass heute noch in vielen Vereinen (auch in unserem) die geschichtliche Entwicklung nicht lückenlos belegt ist und man sich erst dann damit beschäftigt, wenn ein Jubiläum bevorsteht. Man stellt dann plötzlich fest, dass große Wissens- und Informationslücken die Arbeit der Chronisten erschweren.

Bei den ersten europäischen Schützengilden oder Schützengesellschaften handelte es sich in der Regel um mehr oder weniger lockere Zusammenschlüsse, die sich zu Schießwettbewerben zusammenfanden, in frühgeschichtlicher Zeit geschah dies aber wohl eher zur Pflege kultischer Bräuche.

Jeder Versuch, aus der einen oder anderen Zeiterscheinung alleine den Ursprung für die Gründung des Schützenwesens ableiten zu wollen, ist falsch und daher zum Scheitern verurteilt.

Das Gildenwesen in England und Norwegen schon seit dem 11. Jahrhundert, in Deutschland seit etwa 800 und in Dänemark seit etwa 1200 urkundlich nachweisbar, wurde schon immer auf altheidnische, mit Opfern verbundene Trinkgelage zurückgeführt. Der Begriff "Gilde" wird mit dem Sprachgebrauch aus altheidnischen Zeiten gedeutet und soll mit genossenschaftlichen Opfergelagen der Heidenzeit zusammen hängen.

Man könnte im weitläufigen Sinne sagen, dass diese Gilden die Vorläufer der späteren christlich geprägten Bruderschaften und der nach 1815 entstandenen Vereine waren. Dass man in den großen und mächtigen Handelsstädten Nordwesteuropas für die Zeit ab etwa 1300 solches Schriftgut über Schützengilden fand, hängt mit der relativ sicheren Lagerung ihrer Archive zusammen, die anderswo nicht gegeben war.

Darüber hinaus gehört aber das Kernritual der Schützen, der Vogelschuss, seinem Wesen nach gar nicht zum schriftlichen, sondern zum mündlichen Überlieferungsgut.

Hinzu kam der Zwang, die Pflege eines so "heidnischen" Opferkults gegenüber der christlichen Obrigkeit zu verschleiern und das "heidnische Treiben" nicht über die Grenzen der Siedlungsgemeinschaften hinaus bekannt werden zu lassen.Vieles spricht dafür, dass die frühesten Schützengilden wesentlich älter und auch weiter verbreitet waren, als dies allgemein angenommen wird, besonders auf lokaler Ebene.

Nach den ersten schweren Zusammenstößen mit dem Klerus verstanden es jedoch die Schützengilden - um die Wende vom 9. zum 10. Jahrhundert - nach und nach die Schützengilden in Genossenschaften zu verwandeln, deren Kennzeichen nicht mehr das Zelebrieren heidnisch anmutender Kulturen war, sondern eine Nachbarschaftshilfe unter Brüdern - unter Schützenbrüdern.

Die Kunst des Armbrust- und Bogenschießens hatte gegen Ende des 13. Jahrhunderts durch eine entsprechende Entwicklung des Waffenhandwerks eine Blütezeit erreicht. Bereits um 1150 hatte die Armbrust eine Durchschlagskraft, die auf eine Entfernung von etwa 150 m todsicher traf und aufgrund der Fernwirkung allgemeines Entsetzen hervorrief. Der Bolzen durchbohrte den Harnisch eines schwer gepanzerten Ritters mit solch tödlicher Wucht, dass auf dem zweiten Laterankonzil im Jahre 1139 das Schießen mit der Armbrust gegen Christen bereits verboten und mit Acht und Bann belegt wurde. Da dieses Verbot nur schwer einzuhalten war, hatte es auch wenig Erfolg. Die Schützen waren zu der Zeit gegenüber den Rittern vielfach im Vorteil, wobei die weit reichenden Pfeile, 8 Schuss/Min., bereits Standard waren. Hieraus erklärt sich wohl auch die besondere Intensität, mit welcher die aufstrebenden städtischen Selbstverwaltungskörperschaften das altüberlieferte Brauchtum und das Kräftepotenzial der Gilden in den Dienst der Verteidigung, des Aufbaus und der Selbstdarstellung der Stadtgemeinden zu stellen wusste.

Um die Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert kamen innerhalb der Städte die Gilden und Bruderschaften zu sichtbarer, historischer Wirksamkeit. Man kann wohl davon ausgehen, dass die Bräuche - zumindest in ländlichen Gegenden - auch über den Zeitraum vom beginnenden 10. bis zum ausgehenden 13. Jahrhundert hin beibehalten wurden. Es mag sein, dass dieses vielfach nur im Verborgenen möglich war, aber völlig in Vergessenheit geriet das Ritual der Schützen sicher nicht. Es gibt zu viele bezeichnende Ãœberbleibsel und Gewohnheiten in späterer Zeit, die zu Rückschlüssen Anlass geben.

Man schoss weiterhin nach dem Vogel und verband dieses Vogelschießen mit der Wahl des besten Schützen zum König. Schon im 16. Jahrhundert kam die Sitte auf, dass der König zur Erinnerung an seine Königszeit ein silbernes Schildchen stiftete. Dieses Schildchen trug neben dem Namen des Königs auch das Jahr seiner "Königsherrschaft".

Es ist nach Auffassung der Experten historisch nicht gerechtfertigt, wenn die heutigen Schützenvereine ihre Gründungsdaten über die Zeit vor 1815 hinaus zurückverlegen. Die Schützenvereinigungen vor dieser Zeit unterscheiden sich grundlegend von denen, die sich im 19. und 20. Jahrhundert herausbildeten. Gemäß   der   neuen   Entwicklung   begannen die Schützenvereinigungen nun die Standesunterschiede aufzuheben. Nicht mehr die Einteilung nach der Zufälligkeit von Stand und Geburt, sondern nach Leistung und persönlicher Neigung sollte entscheidend sein. Schütze brauchte nur der zu werden, der es auch wirklich wollte.

Der Staat und die Gesellschaft betrachteten Schützenfeste als harmlose Freizeitvergnügen. Und doch forderten Veranstaltungen, die den "Ruch der Zügellosigkeit, der Unsitte, Unordnung und Undurchschaubarkeit aufweisen", den staatlichen Ordnungssinn heraus. Nachdem alle Appelle an die Vernunft nicht ausreichten, griff der Staat hart durch und reglementierte die gesamte Vereinslandschaft, das Vereinsrecht gibt darüber genügend Auskunft.

Wie durch viele Aufzeichnungen belegt ist, war im 16. Jahrhundert Pfingsten ein beliebter Termin für das Fest des Vogelschießens. Die Natur stand dann im vollen, frischen Grün und ermunterte die Menschen zu fröhlichem, geselligen Tun. Und wenn der Wonnemonat Mai seine Reize entfaltete, so regte sich allenthalben auch die Schützenlust. Das Maigrün wurde die symbolische Farbe der Schützen und so ist die Schützenfarbe noch heute Grün.

Dass die Schützenfeste in unserer Heimat schon vor 400 Jahren eine so ausgeprägte Vorrangstellung vor allen anderen Festen und Lustbarkeiten hatten und einen Höhepunkt im Jahresbrauchtum darstellen, ist jedoch zweifellos nicht nur als Ausdruck der Freude über den Frühling zu verstehen, den die Menschen früherer Jahrhunderte noch viel stärker herbeigesehnt haben als es in unserem technischen Zeitalter der Fall ist.

Ein wesentlicher Grund liegt gewiss auch darin, dass die Schützenvereinigungen zu den wichtigsten Einrichtungen und Kräften des gesellschaftlichen Lebens gehörten. Bei den geselligen Zusammenkünften wurde bereits damals dem Alkohol in nicht unerheblichem Maße zugesprochen. Mit Verboten und Begrenzungen versuchten kirchliche und weltliche Obrigkeiten vielerorts der Auswüchse Herr zu werden.
Die Schützenvereine organisierten sich nach vereinsrechtlichen Grundsätzen und besaßen in den von den Mitgliedern beschlossenen und behördlich genehmigten Statuten eine verbindliche Grundlage für die Gestaltung des Vereinslebens. Die königliche Regierung in Arnsberg veröffentlichte am 15. Februar 1817 eine Verordnung des westfälischen Oberpräsidenten von Vincke über den "Gebrauch der Schießgewehre, besonders beim Scheiben- und Vogelschießen". In ihr wurde die Gründung von Schützenvereinen ausdrücklich angeregt.

Das Leben in den einzelnen Vereinen und Regionen ist so vielfältig, dass man ein ganzes Buch damit füllen könnte. Es dürfte doch erkennbar geworden sein, dass das Schützenwesen mit der europäischen und deutschen Geschichte und den jeweiligen wirtschaftlichen Verhältnissen bis in unsere Tage eng verzahnt ist.

(Quelle: Festschrift 150 Jahre Schützenverein Uentrop-Haaren)

Die Schützenvereine der ehemaligen Kernstadt Hamm schlossen sich am 10. Mai 1955, als die Wiederaufbaujahre überstanden waren, zu einem lockeren Verband zusammen. Sie gaben sich den Namen: "Stadtverband der Schützenvereine von Hamm und Umgebung". Doch die Vereine aus den umliegenden Gemeinden zeigten zu diesem Zeitpunkt noch kein Interesse.

Eine besondere Bedeutung bekam der Stadtverband erst mit der Bildung der neuen Großstadt Hamm in ihren kommunalen Grenzen ab 1.1.1975. Es dauerte nicht lange, da schlossen sich die Schützenvereine der gesamten Stadt zu einem großen Verband zusammen, dem heute alle 34 Vereine angehören. Zweck des Zusammenschlusses ist, die gemeinsamen Interessen der angeschlossenen Vereine zielbewußt in der Öffentlichkeit vertreten zu können. Weitere Aufgaben sind auch die Koordinierung von Veranstaltungen, die Absprache von Terminen und dergleichen.

Der Stadtverband wird geführt von dem 1. Vorsitzenden, dem 2. Vorsitzenden sowie dem Geschäfts- und Schriftführer, des Weiteren von je einem Beisitzer der sieben Stadtbezirke, dem Vertreter des Schießsports und der Avantgarden. Die Beisitzer werden delegiert.

Folgende sich um das Schützenwesen verdient gemachte Personen haben den Stadtverband bisher angeführt:

Dr. Wilhelm Meinhardt, 1955-1968,
Bürger-SchützV. Hamm 1826;

Wilhelm Mellmann, 1968-1978,
Bürger-SchützV. Hamm 1826;

Günter Lohmann, 1978-1979,
SchützV. Westenfeldmark 1879;

Karl Lambardt, 1979-1988, EHRENVORSITZENDER
SchützV. Rhynern 1837;

Heinz Lensing, 1988 - 1998, EHRENVORSITZENDER
Bürger-SchützV. Hövel 1906.

Norbert Kattenbusch, 1998 - 1999,
SV Hamm-Süden 1888

Volker Schmidt, 1999 - 30.01.2001 (verstorben)

Dr. Heinz-Werner Hartfiel,
2001 - 2002 (Kommisarisch)

Thomas Jägermann, 28.02.2002 - heute
Handwerker Heessen 1910

Um die satzungsgemäßen Aufgaben erledigen und die gemeinschaftlichen Schützeninteressen zum Wohle aller Vereine erörtern zu können, werden die Mitglieder (mindestens der Vorsitzende und ein Vertreter) im März zur Jahreshauptversammlung und im November noch einmal zu einer Herbstversammlung einberufen.

Wie wichtig und sinnvoll doch der Zusammenschluß aller Schützenvereine war, zeigte schon das große Stadtschützenfest am 5.9.1976, das im Rahmen der 750-Jahr-Feier der Stadt Hamm veranstaltet wurde.

Aus diesem Anlaß wurde im Buch der Geschichte der Stadt Hamm eine neue Seite aufgeschlagen, denn die Schützen ermittelten ihren ersten Stadtkaiser. Samstags hatten sich 31 Könige der Saison 1976 der Schützenvereine des Stadtverbandes im Westenschützenhof zum Kaiserschießen eingefunden. Sieger wurde mit dem 186. Schuß Gerd Seipke vom Schützenbund Westenheide 1927.

Tags darauf trafen sich etwa 3.000 Schützen, Majestäten und Hofdamen an der Pauluskirche, um sich zu einem großen Aufmarsch auf dem Neumarkt zu formieren. In einem prunkvollen Festzug, der eine wahre Schützendemonstration darstellte, ging es zu den Zentralhallen im Hammer Süden. Die Kleingärtner hatten sich mit 23 farbenprächtigen und liebevoll gestalteten Wagen zu einem einzigartigen Blütenzug angeschlossen. Rund 60.000 Bürger säumten die Straßen und Plätze, um sich den großen Festzug der Schützen und Kleingärtner anzuschauen, der einmalig in der Stadtgeschichte war.

Oberbürgermeister Dr. Günter Rinsche, der in den Zentralhallen die Proklamation des ersten Stadtkaisers vornahm, sprach von einem "historischen Augenblick" und bezeichnete die Schützen als "Baumeister einer Brücke zwischen Tradition und Zukunft". Er gab sogleich der Hoffnung Ausdruck, daß das Kaiserschießen fortan Tradition werden möge in Hamm.
Sein Wunsch wurde wahr, denn seit 1976 veranstaltet der Stadtverband der Schützenvereine alle 5 Jahre ein Kaiserschießen.

Stadtverband der Hammer Schützenvereine wird 50 Jahre alt
Vereinskönige schießen alle fünf Jahre den Stadtkaiser aus


HAMM  Die Schützenvereine der Stadt Hamm schlossen sich am 10. Mai 1955 zum Stadtverband der Schützenvereine von Hamm, einem lockeren Verband, zusammen. Genau 20 Jahre später bekam der Verband eine besondere Bedeutung durch die Bildung der neuen Großstadt Hamm. Zweck des Verbandes ist die Pflege und die Koordinierung heimatlichen Brauchtums im Schützenwesen. Außerdem soll der Zusammenhalt der angeschlossenen Vereine gefördert werden. Auch der Stadtverband der Schießgruppen von Hamm wurde vor 50 Jahren gegründet. Insgesamt 34 Schützenvereine sind dem Stadtverband angeschlossen.

Das Schützentum, einst Schützer der Menschen und der Gemeinschaft, ist heute zum Wahrer einer schönen Sportart geworden. Geblieben sind der Schützengeist, die Verbundenheit, Kameradschaft und Geselligkeit und das Brauchtum, die auch in Hamm das Vereinsleben über alle Veränderungen der Zeit hinweg lebendig erhalten”, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann bei der Jubiläumsfeier der Schießgruppen.

Der Stadtverband der Schützenvereine von Hamm (ehemals Hamm und Umgebung) wurde schon im Jahre 1934 gegründet und hatte vor dem Krieg den Auftrag, Schützenvereine zusammen zu fassen und jährlich Schützenfeste, die auf dem Großen Exerzierplatz im Hammer Osten stattfanden, vorzubereiten. Im Zuge des Wiederauflebens der Schützenvereine in Hamm und Umgebung nach dem Zweiten Weltkrieg bestand im Jahre 1952 für den Stadtverband eine lose Zusammenkunft, bis im Jahr1955 der Verband neu gegründet, eine Satzung aufgestellt wurde und die Eintragung in das Vereinsregister (Amtsgericht Hamm vom 5. November 1955) erfolgte.

Besonders hervorgetan hat sich der Stadtverband zur 750-Jahr-Feier der Stadt Hamm, als er das erste Stadtschützenfest nach dem Krieg mit einem Kaiserschießen am Westenschützenhof organisierte, dem sich am nächsten Tag ein Umzug aller Schützenvereine durch die Stadt sowie ein Festakt in den Zentralhallen anschloss.
Die Vereinskönige schießen alle fünf Jahre zum Abschluss der Festsaison den Stadtkaiser aus. Den ersten Kaiservogel holte 1976 Gerd Seipke (Westenheide) von der Stange. Der amtierende Kaiset' Bernd Degen (Braam-Ostwennemar) schoß am 11. September 2004 den Rest des Adlers von der Stange. Er wurde für die nächsten fünf Jahre zum Stadtkaiser proklamiert. Weil sie aktuell den Stadtkaiser stellen sind die "Braamer" Schützen im Jahre 2009 Ausrichter des nächsten Stadtkaiserschießens.

Ebenfalls seit 50 Jahren besteht der Stadtverband der Hammer Avantgarden. In den Vereinen fanden sich junge Männer zusammen, die eine Stadtavantgarde gründeten. Der Schützenbund Hamm-Westen (Westenheide) richtete 1979 das 1. Stadtavantgardentreffen aus. Mit dem KK-Gewehr wurde auf einen Adler geschossen, wobei Heiner Ruf (Schützenverein Westtünnen) den Wettkampf für sich entscheiden konnte und bei der Proklamation als erster Stadtavantgardenkönig ausgerufen wurde. Stadtavantgardentreffen sind in der Zwischenzeit zu einer echten Demonstration des Schützenwesens in Hamm geworden, obwohl noch einige Garden "abseits" stehen.

Die Geschichte des Stadtverbandes spiegelt auch das Wirken der einzelnen Vereine wider. Maßgeblich am Erfolg der Arbeit des Stadtverbandes beteiligt waren auch immer die jeweiligen Vorsitzenden. Dabei haben die beiden heutigen Ehrenvorsitzenden Karl Lambardt (Schützenverein Rhynern) und Heinz Lensing (Bürgerschützen Hövel) großen Anteil. Im Jahre 2002 übernahm Thomas Jägermann (Handwerker Schützenverein Heessen) dieses Amt. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Hans-Adolf Löw (Schützenverein Hamm-Nordenfeldmark 1839) und seinen Vorstandskollegen, unter anderem auch aus den einzelnen Stadtbezirken, leitet er die Geschicke des Stadtverbandes. Immerhin sind etwa 15 000 Schützen aus der Großstadt Hamm in diesem Verband zusammen geschlossen. va

Hamm (va). Der Stadtverband der Schützenvereine von Hamm - ehemals "Hamm und Umgebung" - wurde schon vor 71 Jahren ins Leben gerufen. Im Zuge des Wiederauflebens der Schützenvereine in und um die Kernstadt Hamm bestand im Jahre 1952 für den Stadtverband zunächst eine lose Zusammenkunft, bis im Jahre 1955 der Verband neu gegründet wurde. Gemeinsam mit allen Vorständen der 34 angeschlossenen Vereine, aber auch mit Freunden und Gönnern des Schützenwesens wird das Goldjubiläum des Stadtverbandes am Samstag, 10.September, um 19.30 Uhr in der Schützenhalle des Schützen- und Heimatvereins Braam-Ostwennemar am Kreuzkamp gefeiert.

Anno 1955 wurde die Satzung aufgestellt, aus der hervorgeht: "Zweck des Verbandes ist die Pflege und die Koordinierung heimatlichen Brauchtums im Schützenwesen. Die Zusammenarbeit der angeschlossenen Vereine ist zu fördern. Besonderer Wert wird auf die Erziehung Jugendlicher zu demokratischen Praktiken gelegt". Dieser Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch Pflege des Schießsports, so wurde vor 50 Jahren auch der Stadtverband der Schießgruppen ins Leben gerufen, sowie die aktive Unterstützung der Jugendlichen bei der Durchführung ihrer Vorhaben in Angriff genommen. Der Stadtavantgardenverband wurde analog des Stadtverbandes Hammer Schützenvereine im Jahr 1971 in der Großstadt Hamm gegründet. Schützenfeste feiern alle Vereine einmal im Jahr. Als besonderer Höhepunkt im Schützenleben der Stadt Hamm gilt jedoch das Stadtkaiserschießen, das alle fünf Jahre ausgetragen wird. Dieses herausragende Ereignis ist mittlerweile - wie das Schützenwesen überhaupt - zur Tradition in der Stadt geworden, denn im vergangenen Jahr wurde das Kaiserschießen bereits zum siebten Mal durchgeführt, was für den Erfolg der vergangenen Veranstaltungen spricht. Der erste Stadtkaiser (1976) war Gerd Seipke vom Schützenbund Hamm-Westenheide und fünf Jahre später schoss Heinz Möller (1981) vom Schützenverein Werries den Vogel ab.

So richteten die "Werrieser" aber schon drei Jahre später in Verbindung mit der NRWLandesgartenschau auf dem Maximilian-Gelände das 3. Kaiserschießen aus. Hier errang Udo Löwen (1984) vom Allgemeinen Schützenverein Ostwennemar die Kaiserwürde, gefolgt von Jürgen Brünemann (1989) vom Kirchspiel Märkischen Schützenverein, Heinz-Werner Hartfiel (1994) vom Schützenverein Schmehausen und Marco Behrens (1999) vom Schützenverein Hamm-Nordenfeldmark 1839. In seine Fußstapfen trat Bernhard Degen (2004) vom Schützen- und Heimatverein Braam-Ostwennemar, als er in der Nordenfeldmark zum 7. Stadtkaiser proklamiert wurde.